Öffentliches Sprachnetz

Zuletzt aktualisiert : Aug 25, 2025 |

IP Office unterstützt eine Reihe von Amtsleitungen und Signalmodi für Verbindungen in das öffentliche Telefonnetz (Vermittlungsstelle). Einige dieser Leitungen sind nur in bestimmten Ländern verfügbar. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Händler vor Ort. Primäranschlussleitungen sind mit einer einzelnen (24/30 Kanäle) oder mit einer Doppelleitung (48/60 Kanäle) verfügbar.

ISDN-Primäranschluss (ETSI CTR4)

Der Dienst wird von IP500V2 Universal PRI-Karten bereitgestellt. Der ISDN-Primäranschluss stellt 30 64K-PCM-Sprachkanäle über einen E1-Schaltkreis und einen Signalkanal zur Verfügung. Die Signalübertragung entspricht dem ETSI Q.931-Standard mit zyklischer Redundanz-Fehlerüberprüfung (Cyclic Redundancy error Checking, CRC).

Folgende Zusatzdienste werden unterstützt:
Calling Line Identification Presentation (CLIP)
Zeigt die Telefonnummer des eingehenden Anrufs an.
Calling Line Identification Restriction (CLIR)
Verhindert, dass die Telefonnummer von IP Office bei ausgehenden Anrufen angezeigt wird.
Direct Dialing In (DDI)
Hierbei werden beim Datenaustausch die letzten x Ziffern der gewählten Nummer eines eingehenden Anrufs bereitgestellt. Dadurch kann IP Office den Anruf an unterschiedliche Benutzer oder Dienste weiterleiten.
Sub-Adresse
Ermöglicht die Übertragung/den Empfang von bis zu 20 Ziffern, zusätzlich zu den DDI/DID- oder CLIP-Informationen, für das Routing und zur Identifizierungvon Anrufen.
IP Office unterstützt die folgenden Funktionen auf PRI- und BRI-Amtsleitungen.
Hinweis:

Die Verfügbarkeit der Funktionen hängt vom ISDN-Dienstanbieter ab, der gegebenenfalls Gebühren erhebt.

Malicious Call Identification (MCID)

(9400, 9500, 9600, J100)

Funktionscodes und Tastenprogrammierfunktionen sind verfügbar, um Benutzern bei Bedarf die Auslösung dieser Aktivität an der ISDN-Vermittlung zu gestatten. Diese Funktion steht auf standardmäßigen ISDN DSS1-Telefonen NICHT zur Verfügung.

Gebühreninformationen

(nur IP-Telefone)

Gebührenbenachrichtigung während eines Anrufs (AOC-D) und am Ende eines Anrufs (AOC-E) wird für ausgehende ISDN-Anrufe ausgenommen Q.SIG unterstützt. Die Anrufkosten werden auf T3-Telefonen zu Anrufverrechnungszwecken angezeigt. IP Office gestattet die Konfiguration der Anrufkostenwährung und die Gesprächskostenmodifizierung für jeden Benutzer.

Call Completion to Busy Subscriber (CCBS)

(9400, 9500, 9600, J100, DECT-Telefone)

CCBS kann bei Bereitstellung durch den ISDN-Dienstanbieter verwendet werden. Es gestattet die Einstellung eines Rückrufs auf externen ISDN-Anrufen, die besetzt sind. Es kann außerdem für eingehende ISDN-Anrufe an besetzte Benutzer verwendet werden. Diese Funktion steht auf standardmäßigen ISDN DSS1-Telefonen nicht zur Verfügung.

Partial Rerouting (PR)

(9400, 9500, 9600, J100, DECT-Telefone)

Die partielle Umleitung weist die ISDN-Vermittlung bei der Weiterleitung eines Anrufs auf einem ISDN-Kanal an eine externe Nummer mithilfe eines anderen ISDN-Kanals an, die Weiterleitung durchzuführen. Dadurch werden die Kanäle zu IP Office freigemacht. Diese Funktion ist auf standardmäßigen ISDN DSS1-Telefonen nicht verfügbar und wird auf Q.SIG nicht unterstützt.

Explicit Call Transfer (ECT)

(Wird in der Regel von Anwendungen anderer Anbieter verwendet.)

ECT wird auf der S0-Schnittstelle unterstützt. Ein Anruf auf einem S0-Endpunkt kann auf sonstige Geräte wie einen analogen, digitalen oder IP-Endpunkt oder eine Leitung vermittelt werden. Die normale Verwendung dieser Funktion erfolgt durch eine Drittanwendung, die über eine oder mehrere S0-Schnittstellen mit IP Office verbunden ist. Ein Beispiel ist VoiceDirector, ein automatischer Anrufassistent.

ISDN-Basisanschluss (ETSI CTR3)

Der Dienst wird von IP500 V2 BRI-Karten bereitgestellt. Der ISDN-Basisanschluss stellt zwei 64K-PCM-Sprachkanäle und einen Signalkanal zur Verfügung, die Q.931-Signale und CRC-Fehlerprüfung verwenden. Es wird sowohl der Punkt-zu-Punkt- als auch der Punkt-zu-Mehrpunkt-Betrieb unterstützt. Mehrpunkt-Leitungen ermöglichen die Verwendung derselben Leitung durch mehrere Geräte, allerdings ist Punkt-zu-Punkt der bevorzugte Modus.

Der Basisanschluss unterstützt alle Dienste, die in der Primäranschlussversion unterstützt werden, sowie die Multiple Subscriber Number. Dieser Dienst ist in der Regel nicht gemeinsam mit dem DDI/DID-Dienst verfügbar und stellt bis zu 10 Telefonnummern zu Routing-Zwecken bereit. Ähnlich dem DDI/DID.

E1R2 Channel Associated Signaling

Der Dienst wird von IP500 V2 Universal PRI-Karten bereitgestellt.

Die als PRI E1R2 konfigurierte IP500 Universal PRI-Karte unterstützt eine einfache oder duale RJ45-Netzwerkverbindung. Jede Karte stellt Kanäle bereit, die für MFC, Puls oder DTMF-Wahl konfiguriert werden können, abhängig von den Anforderungen des Netzwerks.

T1-Primäranschluss in Nordamerika

Der Dienst wird von IP500 V2 Universal PRI-Karten bereitgestellt. Der T1-Primäranschluss stellt bis zu 24 64K-Kanäle über einen 1,54-M-Schaltkreis zur Verfügung. Jeder Kanal der T1-Leitung kann unabhängig konfiguriert werden, um folgende Signalemulationen mit den Handshake-Typen "Sofort", "Wahlverzögerung" oder "Wink-Start" zu unterstützen.

  • Loop-Start

  • Ground-Start

  • E&M-Querverbindung

  • E&M DID

  • E&M – Switched 56K

  • DID - Kanäle, die für DID/DDI konfiguriert wurden, unterstützen nur eingehende Anrufe. Der Betreiber oder die Vermittlungsstelle stellt die x zuletzt gewählten Ziffern für das Routing von Anrufen bereit.

  • Wink Start

IP Office T1-Leitungen unterstützen sowohl DNIS- als auch ANI-Dienste, wenn diese von der Vermittlungsstelle zur Verfügung gestellt werden.
Dialed Number Identification String (DNIS)
Liefert IP Office eine Ziffernfolge, abhängig von der Nummer, die der eingehende Anrufer gewählt hat. Diese Ziffernfolge kann dann zum Weiterleiten von Anrufern an bestimmte Nebenstellen, Gruppen oder Dienste genutzt werden.
Automatische Identifizierung des Anrufers (ANI)
Zeigt IP Office die Rufnummer an, anhand der der Anrufer identifiziert werden kann. Diese Nummer kann dann zum Weiterleiten oder für Computertelefonie-Anwendungen verwendet werden.

T1-Leitungskarten beinhalten eine integrierte CSU/DSU, wodurch eine externe Einheit überflüssig ist. Mit Hilfe der CSU-Funktion kann die Amtsleitung für Testzwecke in den Loopback-Modus geschaltet werden. Dieser kann mittels Überwachungsfunktion manuell eingestellt werden oder automatisch von einem Vermittlungsamt durch Übersendung eines Line Loop Back (LLB) Musters. Die DSU-Funktion ermöglicht die gemeinsame Verwendung der T1 Amtsleitung für Daten- und Sprachdienste.

Primäranschlussschnittstelle in Nordamerika (PRI)

Der Dienst wird von IP500 V2 Universal PRI-Karten bereitgestellt. IP Office unterstützt Primäranschluss-ISDN-Leitungen auf Vermittlungsstellen-Switches vom Typ 5ESS oder DMS100, die von AT&T, Sprint, WorldCom und anderen lokalen Telekommunikationsanbietern bereitgestellt werden. Die unterstützten Dienste können auf den Kanälen vorkonfiguriert oder auf Call-by-Call-Basis verhandelt werden.

Für die Weiterleitung von Inlands- und Auslandsgesprächen an lokale Telefongesellschaften oder an vorangemeldete Anbieter können spezielle Dienste konfiguriert werden (SSS). Außerdem können alternative Anbieter über die Konfiguration von IP Office Transit Network Selection (TNS)-Tabellen ausgewählt werden.

Darüber hinaus unterstützt IP Office den Dienst „Anrufender Name“ und „Anrufende Nummer“ über Primäranschlussleitungen (NI2).

Analoge Amtsleitungen

Loop Start
Loop-Start-Leitungen sind auf dem IP Office Quad-Leitungsmodul, das in der IP Office-Steuereinheit installiert wird, oder auf dem Erweiterungsmodul für analoge Amtsleitungen mit 16 Ports (ATM16) verfügbar. Die ersten zwei Leitungen des ATM16-Moduls werden automatisch an Stromausfallbuchsen geschaltet, falls die Stromversorgung unterbrochen wird. Powerfail ist ebenfalls auf der Amtsleitungskarte verfügbar, wenn es zu einer Kombination oder einer Telefonkarte hinzugefügt wurde. Sie entsprechen dem TIA/EIA-646-B-Standard. Die Loop-Start-Leitungen unterstützen außerdem die Identifizierung für eingehende Rufnummern (ICLID) entsprechend den Standards GR-188-CORE und GR-31-CORE. IP Office kann diese Informationen zum Weiterleiten von Anrufen verwenden oder sie Computeranwendungen für die Anzeige zusätzlicher Informationen über den Anrufer zur Verfügung stellen.
Ground-Start
Ground-Start-Amtsleitungen sind nur auf dem ATM16-Modul verfügbar, das über IP Office Manager konfiguriert wird. Die ersten zwei Amtsleitungen des Moduls werden automatisch an Stromausfallbuchsen geschaltet, falls die Stromversorgung unterbrochen wird. Sie entsprechen den Standards ANSI T1.401 und TIA/EIA-646-B. Nicht in allen Ländern verfügbar.