Sprachkompressionskanäle

Zuletzt aktualisiert : Apr 27, 2022 |
Prolog-Informationen
Anrufe an und von IP-Geräten erfordern u.U. die Umwandlung zu dem vom IP-Gerät verwendeten Audiocodec-Format. Bei IP Office-Systemen erfolgt diese Umwandlung mittels Sprachkompressionskanälen. Diese unterstützen die gewöhnlichen IP-Audio-Codecs G.711, G.722 und G.729a.
  • Für IP500 V2-Steuereinheiten können Kanäle mit IP500-VCM-Karten und IP500-Kombinationskarten hinzugefügt werden.
  • IP Office Server Edition-Systeme stellen eigene Sprachkompressionskanäle über Software bereit, ohne dass zusätzliche Hardware erforderlich ist.
Die Sprachkompressionskanäle werden wie folgt verwendet:
Anruftyp
Verwendung des Sprachkompressionskanals
IP-Gerät zu Nicht-IP-Gerät
Diese Anrufe erfordern einen Sprachkompressionskanal für die Dauer des Anrufs. Ist kein Kanal verfügbar, erhält der Anrufer ein Besetztzeichen.
IP-Gerät zu IP-Gerät
Rufzeichen (z.B. Wahlton, sekundärer Wahlton usw.) für Verbindungen von IP-Gerät zu IP-Gerät benötigen keine Sprachkompressionskanäle, mit den folgenden Ausnahmen:
  • Kurze Codebestätigung, ARS-Wartestellung eingeschaltet und Verrechnungscode-Eingabetöne erfordern einen Sprachkomprimierungskanal.
Bei Verbindung eines Anrufs:
  • Falls die IP-Geräte denselben Audio-Codec verwenden, wird kein Sprachkomprimierungskanal verwendet.
    Wenn die Geräte unterschiedliche Audio-Codecs verwenden, wird für jedes ein Voice-Komprimierungskanal benötigt.
Nicht-IP-Gerät zu Nicht-IP-Gerät
Es sind keine Sprachkompressionskanäle erforderlich.
Wartemusik
Diese wird vom TDM-Bus von IP Office bereitgestellt und benötigt daher einen Sprachkompressionskanal, wenn sie für ein IP-Gerät gespielt wird.
Konferenzressourcen und IP-Geräte
Conferencing-Ressourcen werden vom Konferenzchip verwaltet, der sich auf dem TDM-Bus von IP Office befindet. Daher wird für jedes an einer Konferenz beteiligte IP-Gerät ein Sprachkompressionskanal benötigt. Das beinhaltet Dienste, die Konferenzressourcen wie Anruf mithören, Aufschaltung, Aufzeichnung und stille Überwachung verwenden.
Voicemail-Dienste und IP-Geräte
Anrufe an die IP Office-Voicemailserver werden als Datenanrufe vom TDM-Bus behandelt. Daher erfordern Anrufe von einem IP-Gerät an Voicemail einen Sprachkompressionskanal.
Faxanrufe
Dabei handelt es sich um Sprachanrufe, die allerdings einen etwas breiteren Frequenzbereich als gesprochene Sprachanrufe haben. IP Office unterstützt nur Fax über IP zwischen IP Office-Systemen mit gewählter Faxtransport-Option. Es unterstützt aktuell kein T38.
T38 Faxanrufe
IP Office 5.0+ unterstützt T38-Fax an SIP-Amtsleitungen und SIP-Nebenstellen. Jeder T38-Faxanruf verwendet einen VCM-Kanal.
In einem Small Community Network kann ein T38 Fax-Anruf mithilfe des IP Office-Protokolls zur Faxübertragungs-Unterstützung in einen Anruf über eine H.323-SCN-Leitung konvertiert werden. Diese Umwandlung verwendet 2 VCM-Kanäle.
Um die T38-Faxverbindung zu nutzen, kann die Geräteklassifizierung einer analogen Nebenstelle, die an einem Faxgerät angeschlossen ist, auf Faxgerät gesetzt werden. Zusätzlich ist die neue Kurzwahlfunktion Fax wählen verfügbar.
Hinweis:
T3 IP-Geräte müssen für 20ms-Packetgröße konfiguriert werden, damit die obigen Bedingungen gelten. Bei der Konfiguration für 10ms-Paketgröße ist ein Sprachkompressionskanal für alle Töne und für Anrufe mit nichtdirekten Medien erforderlich.

Messen der Kanalverwendung

Die IP Office-System Status Application kann verwendet werden, um die Nutzung des Sprachkompressionskanals anzuzeigen. Innerhalb der Sektion Ressourcen zeigt es die Anzahl der verwendeten Kanäle an. Ebenfalls zeigt es an, wie oft keine ausreichende Anzahl von Kanälen zur Verfügung stand und wann dies das letzte Mal geschehen ist.
Der Grad der Kanalnutzung für IP500-VCM-Karten wird ebenfalls mithilfe der LEDs (1 bis 8) auf der Vorderseite der IP500-VCM-Karte angezeigt.