SIP-Amtsleitungen optimieren

Zuletzt aktualisiert : Aug 01, 2026 |
Prolog-Informationen
Die Funktion SIP-Amtsleitungen optimieren beseitigt die Notwendigkeit, Amtsleitungen aus Redundanzgründen bereitzustellen. Diese Funktion gibt Amtsleitungen frei, sodass sie von SIP-Agenten, SIP-Nebenstellen oder PSTN-gebundenen SIP-Amtsleitungsanrufen genutzt werden können. In der nachstehenden Abbildung wird erläutert, warum die Belegung von Amtsleitungen aufgrund von Redundanz problematisch ist.
Die obige Abbildung enthält die folgenden beiden Szenarien:
  • 1. Szenario: Das Herstellen einer Verbindung zwischen Communication Manager und Session Manager funktioniert einwandfrei.
  • 2. Szenario: Das Herstellen einer Verbindung zwischen Communication Manager und Session Manager schlägt fehl.
Im 1. Szenario gilt: Wenn Communication Manager die roten Agenten erreichen möchte, ist dies über die rote Amtsleitung zwischen Communication Manager und Session Manager-1 möglich. Ebenso kann Communication Manager die blauen Agenten (Agentenpool 2) über die blaue Amtsleitung zwischen Communication Manager und Session Manager-2 erreichen.
Im 2. Szenario bietet das Verwalten von zusätzlichen Amtsleitungen zwar eine Lösung, um die roten und blauen Agenten betriebsbereit zu machen, führt aber auch zu neuen Problemen.
  • Die aus Redundanzgründen verwalteten zusätzlichen Amtsleitungsmitglieder bleiben im 1. Szenario ungenutzt, wenn die Entität-Links nach Session Manager-1 und Session Manager-2 in Betrieb sind.
    Hinweis:
    Wenn die richtlinienbasierte Zuweisung in System Manager aktiviert ist, können Sie bis zu vier Session Manager für eine SIP-Station verwalten.
  • Die doppelte Anzahl an Amtsleitungen muss bereitgestellt werden, damit ein selten auftretendes zweites Szenario abgedeckt ist. Angesichts der begrenzten Anzahl von Amtsleitungsmitgliedern auf Communication Manager führt der Einsatz von Amtsleitungen aus Redundanzgründen dazu, dass eine geringere Anzahl von Amtsleitungen für den Ist-Datenverkehr benötigt wird.
  • Das Routing und die Verwaltung von Routing-Mustern werden komplexer.
Um eine Verbindung zwischen Session Manager-1 und Session Manager-2 herzustellen, muss Communication Manager zwei Signalisierungsgruppen erstellen:
  • Signalisierungsgruppe nach Session Manager-1: Lokale Endgeräte als procr und entfernte Endgeräte als Session Manager-1
  • Signalisierungsgruppe nach Session Manager-2: Lokale Endgeräte als procr und entfernte Endgeräte als Session Manager-2
Wie vorstehend beschrieben muss jedes Signal über 5000 Amtsleitungen zur Bereitstellung mit Session Manager-1 und 5000 Amtsleitungen zur Bereitstellung mit Session Manager-2 verfügen.
Die Funktion SIP-Amtsleitungen optimieren ermöglicht den einzelnen Signalgruppen, auf mehrere Session Manager zu verweisen. In diesem bestimmten Fall wird eine Signalisierungsgruppe sowohl auf Session Manager-1 als auch auf Session Manager-2 verweisen. Dies wird erreicht, indem die Signalisierungsgruppe auf ein Cluster von Session Manager verwiesen wird. Ein SM-Cluster kann über 28 Session Manager verfügen. Bei einem Session Manager-Cluster wird davon ausgegangen, dass alle Session Manager eine ähnliche Konfiguration haben und alle Session Manager einen Anruf an die Gegenstelle oder Amtsleitung weiterleiten können.
Durch die Fähigkeit der Signalisierungsgruppe, auf beide Session Manager zu verweisen, verringert sich die Anzahl der auf Communication Manager zu verwaltenden Amtsleitungen um die Hälfte. Gleichzeitig wird vollständige Redundanz erzielt. Schlägt das Herstellen einer Verbindung zu Session Manager-1 fehl, nutzt die Signalisierungsgruppe den Link zu Session Manager-2, um den ausgehenden Datenverkehr weiterzuleiten. Wenn eine Signalisierungsgruppe auf mehrere Session Manager verweist, hat dies folgende Auswirkungen:
  • Die Signalisierungsgruppe bleibt in Betrieb, wenn mindestens einer der in Session Manager verwalteten Cluster erreichbar ist.
  • Das Amtsleitungsbündel bleibt in Betrieb, und alle in der Amtsleitungsgruppe verwalteten Mitglieder können Datenverkehr liefern.
  • Beispielsweise kann eine Amtsleitungsgruppe mit 5000 Mitgliedern aus dem 1. Szenario 2500 Agenten auf Session Manager-1 und 2500 Agenten auf Session Manager-2 betreuen. Wenn die Verbindung zwischen Communication Manager und Session Manager-1 unterbrochen wird, kann die gleiche Amtsleitungsgruppe mit 5000 Mitgliedern 2500 Agenten auf Session Manager-1 sowie 2500 Agenten auf Session Manager-1 und 2500 Agenten auf Session Manager-2 bedienen; dies geschieht über die Verbindung zwischen Communication Manager und Session Manager-2. Selbst wenn Session Manager-1 ausfällt und alle Agenten zu Session Manager-2 wechseln, können die gleichen 5000 Mitglieder alle 5000 Agenten erreichen.
Die Funktionen der SIP-Amtsleitungsoptimierung sind wie folgt:
  • Die Anzahl der Amtsleitungsmitglieder beträgt für SIP-Amtsleitungsbündel 9.999.
  • Die Anzahl der SIP-Agenten beträgt 10.000.
  • Die Anzahl der systemweiten Amtsleitungsmitglieder beträgt 30.000.
  • Die Anzahl gemessener Amtsleitungen beträgt 30.000.
  • Die Anzahl der TLS-Verbindungen für SIP wurden von 32 auf 56 erhöht und unterstützen 28 Session Manager, da für die Unterstützung jedes Session Manager zwei Verbindungen erforderlich sind.
  • Das SIP-Arbeitsplatzformular verweist direkt auf die primäre und sekundäre Session Manager, um 28 Session Manager zu unterstützen, da zwei Verbindungen zur Unterstützung jeder Session Manager erforderlich sind. Weitere Informationen zu den Kapazitäten finden Sie unter Avaya Aura® Communication Manager System Capacities Table.
    Hinweis:
    Wenn die richtlinienbasierte Zuweisung in System Manager aktiviert ist, können Sie bis zu vier Session Manager für eine SIP-Station verwalten.
  • Die Funktion „Look-Ahead-Routing“ ist für SIP-Nebenstellenanrufe veraltet, wenn das Routing über geclusterte Signalisierungsgruppen stattfindet.
  • Das Routing-Muster kann jetzt eine Netzwerkregion festlegen.