SIP-Leitungsanforderungen

Zuletzt aktualisiert : Feb 14, 2023 |

Für die Nutzung von SIP ist Folgendes erforderlich:

  • SIP-Dienstkonto

    Ein Konto bzw. Konten mit einem SIP-Internetdienstanbieter (ITSP). Die Funktionsweise und die bereitgestellten Informationen variieren dabei. Die Grundanforderung ist eine SIP-URI, eine Web-Adresse in der Form name@beispiel.com. Das entspricht einer SIP-Telefonnummer für das Tätigen und Empfangen von Anrufen über SIP.

  • Sprachkompressionskanäle

    SIP-Anrufe nutzen IP Office-Sprachkompressionskanäle so wie bei Standardamtsleitungen und Nebenstellen. Bei einem IP500 V2-System erhalten Sie diese durch Installation von VCM-Modulen in der Steuereinheit. RTP-Relais wird gegebenenfalls auf SIP-Anrufe angewendet.

  • Lizenzierung

    SIP-Amtsleitungen erfordern Lizenzen in der Systemkonfiguration. Durch diese wird festgelegt, wie viele gleichzeitige SIP-Anrufe das System maximal unterstützt.

  • Firewall Traversal

    Die Weiterleitung herkömmlicher H.323 VoIP-Anrufe über Firewalls misslingt häufig wegen der NAT (Network Address Translation). Für SIP können eine Reihe von Verfahren zur Sicherstellung eines erfolgreichen Firewall-Traversals verwendet werden. Das System nutzt keine der Firewalls zwischen LAN1 und LAN2 für SIP-Anrufe.

    • STUN (Simple Traverse of UDP NAT)

      UDP SIP kann eine Mechanismus namens STUN nutzen, um Firewalls zwischen dem Switch und dem ITSP zu überwinden. Dazu muss der ITSP die IP-Adresse seines STUN-Servers angeben, und IP Office muss dann aus verschiedenen STUN-Methoden diejenige für die Verbindung mit diesem Server auswählen. IP Office kann versuchen, die nötigen Einstellungen für die Verbindung selbst zu erkennen. Zur Verwendung von STUN muss die Leitung über die Einstellung Netzwerktopologie-Informationen verwenden dieser Leitung mit der Einstellung Netzwerktopologie der LAN-Schnittstelle verbunden sein.

    • TURN (Traversal Using Relay NAT)

      TCP SIP können einen Mechanismus namens TURN (Traversal Using Relay NAT) verwenden. Dies wird aktuell nicht unterstützt.

    • Session Border Controller

      STUN muss für NAT Traversal nicht verwendet werden, wenn SBC zwischen IP Office und ITSP liegt, da SBCE NAT Traversal durchführt.

  • SIP-Amtsleitungen

    Diese Amtsleitungen werden der IP Office-Konfiguration manuell hinzugefügt. Normalerweise wird für jeden eingesetzten SIP ITSP eine SIP-Leitung benötigt, Die Konfiguration bietet Methoden, mit denen mehrere URI dieses ITSP dieselbe Amtsleitung nutzen können. Für jede Amtsleitung ist mindestens ein SIP-URI-Eintrag erforderlich. Pro Amtsleitung werden bis zu 150 URIs unterstützt. Unter anderem werden dadurch die ankommenden und ausgehenden Gruppen für die Weiterleitung von Anrufen festgelegt.

  • Routing ausgehender Anrufe

    Die anfängliche Weiterleitung verwendet einen beliebigen Standardfunktionscode mit einer Wählfunktion. Die Leitungsgruppennummer des Funktionscodes sollte so eingestellt sein, dass sie zur ausgehenden Gruppennummer der zu verwendenden SIP-URI-Kanäle passt. Der Funktionscode muss jedoch auch die gewählte Nummer in einen Zielrufnummer-SIP-URI umwandeln, die für die Weiterleitung durch den ITSP geeignet ist. In den meisten Fällen ist ein URI der Form 123456789@beispiel.com geeignet, wenn die Zielrufnummer eine Rufnummer des öffentlichen Telefonnetzes ist. Beispiel:

    • Code: 9N#

    • Funktion: Wählen

    • Telefonnummer: N“@beispiel.com“

    • Leitungsgruppennummer: 100

    Da dies auch mithilfe des Funktionscodes vorgenommen werden kann, ist es nicht absolut notwendig. Die ITSP-Proxyadresse oder der ITSP-Domänenname wird als Host-/Domänenteil verwendet.

  • Routing eingehender Anrufe

    Eingehende SIP-Anrufe werden so weitergeleitet wie andere eingehende externe Anrufe. Die Informationen zu Anrufer und Angerufenem im SIP-Header können für den Abgleich der Einstellungen für eingehende CLI und eingehende Rufnummer bei normaler Weiterleitung eingehender Anrufe in IP Office genutzt werden.  

  • DiffServ-Markierung

    Eine DiffServ-Markierung wird bei Anrufen angewendet, die DiffServ-Einstellungen auf der Registerkarte System > LAN > VoIP der LAN-Schnittstelle aufweisen (gemäß der Einstellung Netzwerktopologie-Informationen verwenden der Leitung).

SIP-URIs

Anrufe über SIP benötigen URIs (Uniform Resource Identifiers), und zwar einen für die Quell- und einen für die Zielrufnummer. Jeder SIP-URI besteht aus zwei Teilen, dem Benutzerteil (zum Beispiel name) und dem Domänenteil (zum Beispiel beispiel.com), um eine vollständige URI zu bilden (in diesem Fall name@beispiel.com). SIP-URIs können verschiedene Formen annehmen:

  • name@117.53.22.2

  • name@beispiel.com

  • 012345678@beispiel.com

Normalerweise enthält jedes Konto mit einem SIP-Dienstanbieter eine oder mehrere SIP URIs. Der Domänenteil wird für die konfigurierte SIP-Amtleitung zur Umleitung von Anrufen an den Anbieter verwendet. Der Benutzerteil kann entweder einem individuellen Benutzer zugewiesen werden, wenn Sie eine URI pro Benutzer für diesen ITSP haben, oder kann auch zur Nutzung durch alle Benutzer, deren Anrufe über diese Leitung geleitet werden, auf die Leitung konfiguriert werden.

Ressourcenbeschränkung

Eine Reihe von Grenzwerten kann die Nummer des SES-Anrufs beeinträchtigen. Wenn einer dieser Gremzwerte erreicht ist, geschieht Folgendes: Alle weiteren ausgehenden SIP-Anrufe werden gesperrt, sofern kein Alternativanbieter über ARS verfügbar ist. Alle ankommenden SIP-Anrufe werden in die Warteschlange gestellt, bis die erforderliche Ressource verfügbar wird. Begrenzende Faktoren sind:

  • die Anzahl lizenzierter SIP-Sitzungen.

  • die Anzahl der SIP-Sitzungen, die für einen SIP-URI konfiguriert sind

  • die Anzahl der Sprachkompressionskanäle

    • SIP-Leitungsanruf zu/von IP-fremden Geräten Es ist ein Sprachkompressionskanal erforderlich.

    • Ausgehender SIP-Leitungsanruf von IP-Gerät Es ist kein Sprachkompressionskanal erforderlich.

    • Eingehender SIP-Leitungsanruf an IP-Gerät Es wird ein Sprachkompressionskanal reserviert, bis der Anruf verbunden ist. Werden unterschiedliche Codecs verwendet, dann werden zwei Kanäle genutzt.

SIP-Informationsanzeige

Der gesamte from- und to-SIP URI wird zur Verwendung durch SMDR aufgezeichnet. Bei allen anderen Anwendungen und Telefongeräten wird an dem SIP-URI ein Systemverzeichnisvergleich wie beim eingehenden CLI-Vergleich durchgeführt. Zuerst wird ein Vergleich mit der vollständigen URI versucht, anschließend wird ein Vergleich mit dem Benutzerteil der URI durchgeführt. Verzeichnisplatzhalter können auch für den URI-Vergleich verwendet werden.